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Co-Produktion von Team und Fans

Dienstag 21.03.2017

Co-Produktion von Team und Fans

Die Nachspielzeit zum Heimsieg gegen den FCH

Was für ein Fußballabend! Die Löwen feierten am gestrigen Freitag unter Flutlicht den ersten Heimsieg der Rückrunde. Während des Duells mit dem starken 1. FC Heidenheim überschlugen sich die Ereignisse bis in die Nachspielzeit – da fehlten selbst Torsten Lieberknecht die richtigen Worte, um das Geschehene zu beschreiben.

Fakt ist: Die Löwen gerieten erneut früh in Rückstand. Gäste-Kapitän Marc Schnatterer brachte das Spielgerät bereits in der dritten Minute im Kasten von Jasmin Fejzic unter. Fakt ist jedoch auch: Die Blau-Gelben konnten abermals einen Rückstand egalisieren – und das gleich zweimal, um am Ende die Partie noch komplett zu drehen. Es war ein Auf und Ab, oder wie es Eintrachts Chef-Trainer auf der Pressekonferenz nach der Begegnung formulierte: „Das war heute eine Achterbahnfahrt seinesgleichen. Freude und Leid liegen manchmal so nah beieinander.“ Und genau diese Gefühle verspürten beide Teams gestern Abend mehrfach.

Reichels Rakete bringt die Entscheidung

Auf die Führung des FCH antworteten die Lieberknecht-Schützlinge mit dem Ausgleich durch Mirko Boland, der die Ecke von Hendrick Zuck im Heidenheimer Tor unterbrachte (33.). Mit dem Remis ging es in die Kabinen. Durchgang zwei war ebenso umkämpft, wie die ersten 45 Minuten. Das Team von Trainer Frank Schmidt präsentierte sich als der erwartet schwere Gegner. „Man hat gemerkt, dass die Heidenheimer ihren aktuellen Tabellenplatz zurecht innehaben“, so der Löwen-Coach. Die Gäste von der Ostalb stellten ihre Stärke dann erneut unter Beweis als sie Druck im Eintracht-Strafraum erzeugten und einen Elfmeter herausholten. Arne Feick verwandelte zur erneuten FCH-Führung (73.).

Doch die Freude währte nicht lange. Lediglich fünf Minuten später war Blau-Gelb wieder am Zug. Salim Khelifi kam im Sechzehner an den Ball, umspielte sämtliche Gegenspieler und legte das Leder mustergültig in die Mitte, wo Christoffer Nyman nur noch den Fuß hinhalten musste – 2:2. Jetzt wollten die Löwen mehr und gingen voll auf Sieg. In der zweiten Minute der Nachspielzeit feuerte Julius Biada einen Einwurf bis in die Mitte des Heidenheimer Strafraums. Der Klärungsversuch der Gäste landete bei Ken Reichel, der es zunächst mit rechts probierte, den Abpraller dann schließlich mit seiner linken Klebe voll erwischte. Das Spielgerät schlug wie am Faden gezogen im Winkel ein und spätestens jetzt brachen alle Dämme. Bei diesem Traumtor stimmte nahezu alles: Unhaltbarer Wahnsinns-Schuss, in der Nachspielzeit, Entscheidung zum Heimsieg und das alles Richtung Südkurve – Braunschweiger Fußballherz was willst du mehr?!

Mit Fight, Moral und Fans zum Dreier

Aber natürlich gehört zu solch einem Sieg mehr als dieser perfekte Schuss. Die Einstellung hat gegen diesen starken Gegner gestimmt. Hätten die Löwen den Fight auf dem Rasen nicht angenommen, wäre am Ende wohl kein Dreier herausgesprungen. „Die Heidenheimer haben uns extrem abgearbeitet. Aber, wir haben sehr gut dagegen gearbeitet“, betonte Lieberknecht nach dem Abpfiff. Und auch die Moral stimmte bei den Blau-Gelben. Nicht nur, dass sie zweimal einem Rückstand hinterherlaufen mussten und diesen egalisierten, sie blieben weiter dran und drehten die Partie am Ende sogar noch komplett.

Für den Pfälzer gab es am gestrigen Abend allerdings noch eine weitere wichtige Komponente für den Heimdreier. „Der Sieg war eine Co-Produktion von Mannschaft und Fans. Mit was für einer Wucht uns das gesamte Stadion nach vorne gepusht hat, das war einfach der Wahnsinn und mir fehlen ein wenig die Worte.“ Das kommt beim Pfälzer nicht allzu oft vor und zeigt deshalb umso mehr, was das gestern für ein unglaublicher Fußballabend im EINTRACHT-STADION war.

Foto: Agentur Hübner