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Burmeister: "Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl"

Mittwoch 12.02.2020

Burmeister: "Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl"

Der Innenverteidiger im Interview

Eine besondere Woche liegt hinter Felix Burmeister. Nachdem am vergangenen Mittwoch sein erster Sohn das Licht der Welt erblickte, fuhr er am Donnerstag direkt aus dem Krankenhaus zum Auswärtsspiel nach Duisburg und stand am Freitag gegen den Spitzenreiter in der Anfangsformation. Heute sprach der Innenverteidiger mit eintracht.com über die vergangene Woche, die Neuzugänge, seine Erwartungen an das kommende Heimspiel und natürlich seine Vaterfreuden.

Am Freitagabend wart Ihr beim Tabellenführer in Duisburg zu Gast. Am Ende stand ein 1:1 zu Buche. Bist Du zufrieden mit dem Punktgewinn?

Felix Burmeister "Wenn uns vor der Partie jemand gesagt hätte, dass wir beim Tabellenführer, der in dieser Saison erst ein Heimspiel verloren hat, einen Punkt mitnehmen, wäre es sicherlich okay gewesen. Unser Plan war es, Duisburg den Ball zu überlassen und im Endeffekt hatten wir fast genauso viele klare Chancen wie der MSV. Ich bin dennoch ein Spieler, der jedes Spiel gewinnen will. Gerade wenn man in Führung gegangen ist, tut es umso mehr weh, den Dreier am Ende nicht mitzunehmen."

In den beiden Begegnungen zuvor waren die Leistungen nicht so, wie erhofft. War das in Duisburg mit Kampf und Leidenschaft ein Punkt der Moral?

Burmeister "In jedem Fußballspiel ist das die Basis, um zu gewinnen. Vor allem in der 3. Liga ist keine Mannschaft dabei, die ein Spiel mit 70 oder 80 Prozent Einsatz gewinnt. Wenn man gegen Jena in Rückstand gerät, hat das aber nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass man nicht gekämpft hat. Jeder kann in dieser 3. Liga jeden schlagen, sie ist einfach unberechenbar."

Die Partie gegen den MSV war für Dich der erste Startelfeinsatz seit dem 14. Dezember. Wie froh warst Du, wieder von Beginn an auf dem Rasen gestanden zu haben? Bist Du mit Deiner Leistung zufrieden gewesen?

Burmeister "Meine persönliche Leistung war in Ordnung, es war aber noch Luft nach oben. Für mich brauchte die Vorbereitung nach der langen Knieverletzung vielleicht einfach zwei bis drei Wochen länger, um zu wirken. Der Körper braucht etwas mehr Zeit, um sich zu erholen und diese Frische und Spritzigkeit zu haben. Im Endeffekt bin ich froh, wieder näher dran und auch auf dem Platz ein Teil der Mannschaft zu sein."

Kurz vor der Abfahrt nach Duisburg bist Du zum ersten Mal Vater geworden. Von uns nochmal herzlichen Glückwunsch. Sind Kind und Frau wohl auf? Wie hat sich der Alltag seitdem verändert?

Burmeister "Ja, den beiden geht es gut. Der Alltag verändert sich brutal und alles dreht sich plötzlich um den Kleinen. Vorher konnte man insgesamt besser planen, jetzt schläft man halt mal etwas mehr oder weniger. Ich helfe meiner Frau natürlich, wo ich kann, auch wenn sie sich schwer tut, manche Dinge abzugeben (lacht). Aber es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, was man nur als Vater selbst wiedergeben kann. Ansonsten ist es einfach nicht vorstellbar."

Mit Marvin Pourié und Merv Biankadi sind zwei Spieler zur Mannschaft dazu gestoßen, die seit ihrer Verpflichtung in jeder Partie in der Startelf standen. Welchen Eindruck hast Du von ihnen?

Burmeister "Die Beiden beleben unser Offensivspiel, leider hatten sie noch nicht das Glück, ein Tor zu machen. Auch wenn die ersten Spiele nicht erfolgreich waren, hatten sie immer ihre Aktionen, in denen man gesehen hat, dass sie sehr gefährlich sind. Merv und Marvin haben sich gut integriert und sind gute Jungs, mit denen wir super klarkommen."

Mit dem 1:4 bei 1860 München und dem 1:1 im EINTRACHT-STADION gegen Carl Zeiss Jena seid ihr etwas holprig ins neue Jahr gestartet. Wie erklärst Du Dir das?

Burmeister "Natürlich arbeiten wir die Negativerlebnisse auf, sprechen auch untereinander und gehen gerne mal als Mannschaft essen. Das haben wir in den vergangenen Wochen auch gemacht. Wir sind natürlich selbst auch nicht zufrieden, das sind Spiele, in denen wir Punkte holen wollten. Das hat aus verschiedensten Gründen nicht geklappt. An der Stelle bin ich aber der Letzte, der irgendwas sagen sollte, schließlich stand ich selber nicht auf dem Platz. Wir alle wissen, dass es nicht optimal lief und das ist der erste Schritt. Die letzten drei gespielten Halbzeiten waren wieder gut und daran müssen wir anknüpfen."

Am Wochenende ist der 1. FC Kaiserslautern zu Gast an der Hamburger Straße. Das Hinspiel konnten die Blau-Gelben mit 3:0 auf dem Betzenberg für sich entscheiden. Was erwartest Du vom Rückspiel im EINTRACHT-STADION?

Burmeister "Wir haben jetzt eine ganz andere Phase. Beim Hinspiel war die Mannschaft von Kaiserslautern regelrecht tot und hat in einer tiefen Krise gesteckt. Durch viele Siege in der Liga und auch durch den DFB-Pokal stehen sie jetzt ganz anders da und haben auf jeden Fall ihre Qualitäten. Darauf müssen wir uns einstellen und wollen das Heimspiel natürlich gewinnen."

Foto: imago images