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"Solche Momente geben einem viel zurück"

Donnerstag 12.04.2018

"Solche Momente geben einem viel zurück"

Patrick Schönfeld im Interview

Am Sonntag sind die Löwen zu Gast in Darmstadt. Das Hinspiel gegen die Lilien wird Patrick Schönfeld so schnell nicht vergessen: Nach monatelanger Verletzungspause wurde der 29-Jährige kurz vor Schluss eingewechselt und traf in der letzten Spielminute zum 2:2-Endstand. Im Interview erklärt der Mittelfeldakteur, warum der Treffer für ihn persönlich viel mehr war als nur das Tor zum Punktgewinn.

Blicken wir zunächst auf das vergangene Wochenende zurück: Wie bewertest du das Unentschieden gegen Dresden?

Patrick Schönfeld: "Ich glaube, wenn man sich das Spiel ansieht, dann können und müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein. Das geht schon in Ordnung. In dieser Phase musst du sowieso jeden Zähler mitnehmen, von daher waren es keine verlorenen Punkte."

In der ersten Hälfte hatte Dresden mehr vom Spiel, in der zweiten Halbzeit habt ihr dann besser in die Partie gefunden. Was habt ihr da anders gemacht?

Schönfeld: "Wir haben einfach viel mutiger gespielt, waren griffiger und besser in den Zweikämpfen. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir den Punkt dann verdient."

Am Sonntag steht das nächste, extrem wichtige Spiel in Darmstadt an. Was erwartest du?

Schönfeld: "In Darmstadt erwartet uns eine sehr hitzige Atmosphäre, auch von außen. Da müssen wir stabil sein, mental und physisch dagegenhalten. Sie haben einen Lauf und sind in sich gestärkt. Das hat sich gezeigt, als sie zum Beispiel gegen den Tabellenführer Düsseldorf in Unterzahl den Sieg geholt haben. Das wird keine leichte Aufgabe und ein sehr hitziges Spiel. Ich freue mich aber darauf, es ist eine Partie, in der es um einiges geht. Das ist schon geil vor ausverkauftem Haus, wenn so ein Kribbeln in der Luft ist. Solche Spiele machen Spaß."

Im Hinspiel wurdest nach langer Verletzungspause in der Schlussphase eingewechselt und hast in der Nachspielzeit zum 2:2-Endstand getroffen. Wie denkst du an das Tor zurück und was ging dir damals durch den Kopf?

Schönfeld: "Es war befreiend und ein sehr emotionaler Moment für mich, weil ich einfach ein absolut gebrauchtes Jahr hinter mir hatte. Ich war acht oder neun Monate komplett raus, konnte nichts machen und wusste nicht richtig, was los ist. Da war auch das Karriereende ein Thema. Und dann schaffst du es, aus so einem Tal rauszukommen und in deinem ersten Spiel in der letzten Minute ein Tor zu machen und so den Punkt zu retten. Für viele war es sicherlich nur ein 2:2, aber für mich persönlich war das schon ein wichtiger Moment. Ich habe dann auch gesehen, dass das alles noch Sinn macht. Man weiß dann, warum man so viel investiert hat und auch so viel Negatives durchgemacht hat, so eine Talsohle durchlaufen hat. Solche Momente geben einem viel zurück, auch wenn die Jungs dann kommen und sich mit dir freuen. Das war schon ein sehr spezielles Erlebnis für mich, mit dem ich auch so ein bisschen abschließen konnte. Da konnte ich dann alles hinter mir lassen."

In der Liga wird es derzeit von Spieltag zu Spieltag enger. Hast du eine solche Konstellation schon mal erlebt?

Schönfeld: "Das liest man ja in den letzten Wochen immer wieder: "Verrückteste zweite Liga aller Zeiten“ und so weiter. Großartig Neues kann man dazu nicht sagen – es ist einfach der Wahnsinn, was da im Moment abgeht. So etwas habe ich noch nicht erlebt."

Wie geht man als Spieler damit um und worauf kommt es in dieser Situation am meisten an?

Schönfeld: "Ich finde, dass es wichtig ist, mutig zu bleiben. Sich nicht zu sehr den Ängsten hinzugeben. Wir wissen um die Situation, aber man muss trotzdem Spaß und Mut behalten. Es ist wichtig, dass man keine Panik, sondern Ruhe hat und versucht, Fußball zu spielen. Wir müssen die Nerven behalten und das Beste aus der Situation machen. Angst hat noch keinem weitergeholfen."

Foto: Agentur Hübner